Offline mit allen Sinnen

Heute stelle ich Dir ein Buch vor welches ich vor einer knappen Woche beendet habe. Ich habe mich für das Buch entschieden da ich von Arno Strobel schon einige Bücher gelesen hatte – ist zwar schon etwas her aber es waren vier Werke an der Zahl. Meine Lieblingsbücher von ihm sind im übrigen ‚Das Dorf‘ und ‚Der Sarg‘.

Arno Strobel – Offline (Coverbild)

Um welches Buch geht es genau?
‚Offline‘ ist wie bereits erwähnt von Arno Strobel geschrieben. Alle seine Psychothriller haben einen hohen Platz in der Bestsellerliste vom SPIEGEL erreicht. Der vorgestellte Psychothriller ist am 29.07.2020 erschienen und kostet neu 10,99€. Unter der folgenden ISBN kannst Du es finden: 978-3-596-70394-4 oder Du gehst einfach in den nächsten Buchladen und findest es vor Ort 😀
Das Buch hat 364 Seiten und wir erleben das Geschehene von allen Seiten wobei wir hauptsächlich Jenny begleiten. Ebenso gibt es Kapitel welche aus der Sicht des Opfer geschrieben ist bzw aus deren Gedanken und Gefühlsleben.

Um was geht es?
Okay, klassisches Schema, wer kennt es nicht? Eine Gruppe von Leuten, darunter einige Personen die sich bereits kennen, finden sich in einer eingeschneiten Hütte wieder, ohne Empfang und so und jetzt ist ein Mörder unter ihnen. Classic,oder? Hab ich auch gedacht und trotzdem wollte ich mehr über die Situation erfahren.

Der Beitrag ist im übrigen Spoilerfrei bzw Spoiler werden als solche markiert.

Also zurück zum Inhalt. Du begleitest eine Gruppe auf einem Digitalen Detox-Trip. Eine Reise ohne Mobiltelefon und Empfang. Um die Gruppe einmal kurz zu benennen haben wir den Reiseleiter samt einer Angestellten, ein Wanderführer, ein Ehepaar, eine Versicherungsangestellten, ein scheinbar sehr von sich selbstüberzeugten Schnösel und eine Arbeitergruppe eines Telefonanbieters welche aus vier Personen besteht. Um zu ihrer Unterkunft zu gelangen, müssen sie erst eine stattliche Strecke im Schneegestöber zurücklegen. Hier werden auch die ersten Beziehungen unter den Charakteren sichtbar. Ihr Ziel ist ein leeres Hotel wobei dies eigentlich eher bedeutet: Ein Hotel welches neu restauriert wird und erst zur Hälfte fertig ist. So besitzt es noch einige baufällige Bereiche die bis zu diesem Zeitpunkt keiner der Teilnehmer kennt. Im Hotel selbst lernen wir auch schnell die beiden Hausmeister Horst und Timo kennen.

Nach dieser lange Reise gibt es ein selbstgekochtes Abendmahl und alle lernen sich besser kennen. Natürlich darf da auch der ein oder andere gute Schluck nicht fehlen. Am nächsten morgen ist das erste Gruppenmitglied verschwunden und wird in einem unbeschreiblichen Zustand wieder gefunden. Ab hier beginnt die Suche nach dem Mörder. Wer ist der Verrückte der zu so etwas fähig ist? Falsche Anschuldigungen und Vermutungen, Schicksalsschläge, vergangene Taten und die Hilflosigkeit welche sich in Angst und Panik ausbreitet verfolgen die Teilnehmer.

Ab hier gilt: Spoilerwarnung! Wenn Du Dir ‚Offline‘ selbst durchlesen möchtest, solltest Du hier nicht mehr weiterlesen denn ab jetzt könntest Du Dir das selbst lesen schenken 😀

Okay. Zurück zum wichtigen Teil. Charaktere alles schön und gut. Es sind die üblichen dabei die man in jedem guten Thriller findet: Das Paar bei dem man nie weiß wer wen unter Kontrolle hat wenn es hart auf hart kommt. Der Reiseleiter der eigentlich gar nichts geregelt bekommt. Ein Gruppenmitglied das mit besonderer Kombinationsfähigkeit und rationer Denkweise herausragt und das ganze Geschehen somit begleitet. Der Schnösel oder auch das Großmaul welcher das letzte Wort und immer einen Spruch auf den Lippen hat bis auch er die Gefähr für Real und Gefährlich usw einstuft. Das Mauernblümchen und der Angsthase die eigentlich immer eher ängstlich und vorsichtig agieren oder auch die, die in einem Horrorfilm nicht als erstes sterben weil sie verstehen das man nicht alleine in einen dunklen Keller geht aus welchem Geräusche kommen! Naja, ihr wisst was ich meine.

Jetzt kommen wir zum wirklich spannenden Teil: Was wird den Opfern angetan?
Und das fand ich wirklich spannend. Das erste Opfer, welches als ein sehr kräftiger Mann beschrieben wird welcher Probleme hatte den Berg hinaufzukommen und auch wohl nicht alleine tragbar ist, weißt wunden an den Augen auf, an den Ohren, am Mund, zusätzlich ist die Zunge abgetrennt und durch einen gezeilten Punkt im Rückenmark (verbessert mich bitte wenn es irgendwie anders ist, medizinisch hab ich da keine Ahnung!) auch gelähmt. Das bedeutet: Das Opfer kann nicht sehen, nicht hören, nur am Kopf fühlen, nicht sprechen, den Körper nicht bewegen, kurz: mit allen Sinnen offline.

Krasse Sache. Da Du Dich hier im Spoilerabteil befinden möchte ich natürlich nicht vorenthalten dass das erste Opfer stirbt und es noch ein zweites gibt welches minimal anders zugerichtet wird. Interessanterweise schafft es das zweite Opfer durch eine clever Kommunikationsmethode (ohne die obengenannten Sinne!) den Namen des Mörders mitzuteilen.

Bis dahin ist es natürlich ein langer Weg mit – wie gesagt falschen Anschuldigungen, verrückten Geschichten, einer eigenen Justiz welche sich bildet und so weiter.

Den letzten Punkt möchte ich nutzen um ein paar logische Fehler welche sich für mich ergeben haben, zu nennen:

1. Wie bereits erwähnt schafft das zweite Opfer den Namen des Mörders zu kommunizieren.
Der ‚Mörder‘, das Opfer und die Dame welche die Nachricht entschlüsselt gehören alle zu der Kommunikationsgesellschaft und in den Kapiteln welche man die Sichtweise des zweiten Opfers liest steht das sie einen Weg gefunden hat mit den anderen beiden zu kommunizieren. Warum sollte sie mit dem Mörder kommunizieren wollen bzw in die Gefahr laufen der falsche von den beiden versteht ihre Nachricht oder das beide die Nachricht zeitgleich entschlüsseln, der Mörder weiß das sie es weiß und dies erfolgreich kommunizieren kann und so. Hab ich nicht ganz verstanden aber wie man in so einer Situation handel kann auch keiner garantiert sagen.

2. ..und das ist jetzt ein super Spoiler über alles was ihr bis jetzt hier gelesen habt:
Warum macht der wahre Mörder (so werde ich ihn ab hier nennen) eine Sprachaufnahme vom Mörder um das Opfer zu verwirren? Der wahre Mörder hat bestimmt nicht gedacht dass das Opfer doch einen weg findet ihrer Kollegin dies mitzuteilen also warum dieser Mehraufwand?

3. Das ist einfach nur was mir persönlich gefehlt hat: Es wird leider nicht nochmal erwähnt ob man dem Opfer irgendwie doch noch helfen konnte. Ob man nicht irgendwie die Augen oder die Ohren oder irgendetwas tun konnte damit die Person noch ein bisschen an Lebensqualität gewinnt – das hätte mich wirklich furchtbar interessiert.

Ich hoffe ich habe Dich mit dem ganzen Opfer,Mörder,wahrere Mörder etc nicht zu sehr verwirrt. Wenn doch bist du vielleicht neugierig auf das Buch geworden – oder auch nicht.

Hier eine kurze Zusammenfassung ob ich das Buch empfehlen würde:
Ich würde tatsächlich blauäugig jedes Arno Strobel und Sebastian Fitzek Buch empfehlen, von daher,ja! Von dem ganzen Setting ist es allerdings nicht mein Favorit da es einfach genug ‚Oh,nein, wir sind eingeschneit und einer von uns ist ein Mörder‘-bla gibt. Die Art und Weise wie das Opfer zum Opfer wird machen das ganze schon wieder interessant.Die Auflösung (von der ich nichts verraten habe und es auch nicht werde 😉 ) fand ich ganz okay. Irgendwo zwischen ‚okay das war unerwartet erwartet‘ und ‚boah,echt jetzt?‘. Das Warum war mir persönlich etwas zu kurz gehalten und hätte, ergänzend mit dem dritten Punkt meiner Nörgelliste gerne noch ein weiteres Kapitel haben dürfen.
Kurzfassung: Du liest gerne Fitzek und Strobel? Worauf wartest Du? Du hast mal wieder Lust auf einen Psychothriller? Na dann ran da! Du suchst eher ein außergewöhnliches Szenario und eine richtig krasse Hintergrundgeschichte? Joa,.. dann eher nicht so – meine Meinung.

Ich hoffe dir hat der Beitrag gefallen, lass mir gerne ein Lob,Kritik oder Verbesserungsvorschläge als deine Meinung da, ich würde mich sehr darüber freuen.

Bis zum nächsten Beitrag,
deine Jule

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